Millionenschaden durch Computerbetrug: Kriminelles Betrugsnetzwerk in Brasilien ausgehoben

Frankfurt. Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main – Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) – und das Bundeskriminalamt (BKA) haben in einem 2023 eingeleiteten Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Computerbetruges im Online-Banking drei Tatverdächtige in Europa identifiziert. Sie werden nun in Spanien und Bulgarien durch die dortigen Strafverfolgungsbehörden zur Verantwortung gezogen. Den Beschuldigten wird vorgeworfen, im November 2023 durch das Ausnutzen einer Schwachstelle bei einem Zahlungsdienstleister innerhalb weniger Tage eine Vielzahl nicht autorisierter Abbuchungen von den Konten deutscher Online-Banking-Nutzer ausgeführt zu haben. Das Ausmaß des Schadens liegt im Millionenbereich.

Oberstaatsanwalt Dr. Benjamin Krause, Leiter der ZIT, sagt: „Der Ermittlungserfolg ist ein Zeichen, dass auch nach mehreren Jahren der Ermittlungen noch Reaktionen der international kooperierenden Strafverfolgungsbehörden erfolgen und Cybercrime-Täter sich nicht in Sicherheit wiegen können.“

Im Mittelpunkt der aufwendigen mehrjährigen Ermittlungen standen zunächst die technischen Abläufe hinter den Buchungsvorgängen und Finanztransaktionen. Nach bisherigen Erkenntnissen haben die international organisierten Täter eine durch ein fehlerhaftes Softwareupdate entstandene Schwachstelle im Buchungsprozess unmittelbar ausgenutzt. Diese ermöglichte in einem Zeitfenster von nur vier Tagen zahlreiche unbefugte Abbuchungen. Die Täter leiteten die Gelder konzertiert über ein kriminelles Betrugsnetzwerk hauptsächlich nach Brasilien, wo ein Großteil der Schadensumme nach verschiedenen Verschleierungsversuchen ausgezahlt wurde. Ähnlich handelten die Täter mit einem kleineren Teil der Beute in vier europäischen Ländern.


Die brasilianischen Behörden gingen nun unterstützt durch das Bundeskriminalamt am 13. August 2026 in einer großangelegten Aktion gegen das kriminelle Netzwerk vor. Dabei wurden vier
mutmaßliche Mitglieder verhaftet und insgesamt 21 Objekte in sieben Städten durchsucht. Die Erkenntnisse aus den Maßnahmen in Brasilien werden auch in weitere Ermittlungen in Deutschland einfließen. Das Bundeskriminalamt bedankt sich bei den brasilianischen, spanischen und bulgarischen Behörden für die mehrjährige, konstruktive Zusammenarbeit.

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